Pfeiffer: „Computerspiele lösen Schulversagen aus“

[LESEHINWEIS] Im Folgenden möchten wir auf einen aktuellen Artikel eingehen, den die Hannoversche „Neue Presse“ in ihrer Ausgabe vom Mittwoch (16. April 2013, Seite 8) abgebildet hat. In diesem wettert einmal mehr der selbsternannte Computerspiel-Experte und Chef des KFN (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen) gegen die bösen Videospiele (konkretes Thema: Computerspiele lösen Schulversagen aus). Im Text nimmt man auf die Studie von Herrn Pfeiffer Bezug. Wie und mit welchen Fragen diese Studie durchgeführt wurde ist einmal mehr NICHT ersichtlich. Aber wir sind es gewohnt, hier keinerlei Details und Quellen zu finden. Schade, dass neben dem KFN offenbar auch die Neue Presse ernsthafte Studien wie z.B. die “Millennium Cohort Study” weiterhin ignoriert.

Wir zitieren mal zwei der interessantesten Sätze aus dem Artikel:

„Wer Sport treibt, kann leichter Mathe-Aufgaben lösen. Wer seine Zeit lieber mit brutalen Computerspielen verbringt, scheitert eher.“

Zudem macht „zu viel Computerspielen dick“.

Doch die Aussage Computerspieler würden in der Schule versagen, wiederlegt bereits eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des BITKOM. Dort zeigt sich sogar ein komplett gegenteiliges Bild (hier lesen).

Die Uni Würzburg kam in ihrer Studie auf ein ähnliches Ergebnis wie der BITKOM. Hier zeigte sich bei den Probanden eine IQ-Steigerung von durchschnittlich 11 Punkten.

Und auch eine Neurowissenschaftlerin an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im Berliner St. Hedwig-Krankenhaus fand im Rahmen einer Untersuchungsreihe heraus, dass moderate Vielspieler mehr lokales Hirnvolumen sowie mehr Hirnrinde (Kortex) besitzen. Dies lässt sich hier nachlesen.

Warum Herr Pfeiffer und sein KFN hier aber nicht hinzulernen wollen, das hatten wir bereits mehrfach erörtert. Das eigentliche Engagement des KFN ist nämlich möglicherweise ganz anders gelagert. Christian Pfeiffer würde wohl offenbar nur zu gern die Arbeit der bisherigen Prüfstelle für Computerspiele, der USK, übernehmen. Und die dafür vorgesehenen Gelder gleich mit. Die Hersteller bezahlen nämlich dafür, wenn ein Spiel durch die USK geprüft wird. Jährlich kommen da mehrere Millionen Euro zusammen. Da hat der Herr Pfeiffer wohl gut gerechnet. Offenbar treibt er immer noch viel Sport…

Quelle: Spiegel.de

Wirklich schade finden wir (besonders als Hannoveraner) allerdings, dass sich die Neue Presse offenbar auch lernresistent gibt… Womöglich zu viel gedaddelt, liebe Kollegen?

In diesem Sinne…

SECHS, SETZEN!