Scythe Ikazuti

Bereits seit einiger Zeit tummelt sich ein neuer Fisch im großen Teich der Gehäusehersteller: Die Rede ist von Scythe, der japanische Hersteller, der eigentlich eher für seine CPU-Kühler der Marke „Mugen“ bekannt ist, bietet seit Mitte Juni sein erstes Gehäuse, welches auf den Namen Ikazuti hört, an. Aller guten Dinge sind drei, dachte sich Scythe und schickte das Ikazuti in 3 Ausführungen ins Rennen, wovon wir heute jenes mit schwarzem Frontpanel genauer unter die Lupe nehmen.

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Leistung&Lautheit

Testsystem:

Netzteil:     BFG-Tech 550 Watt
Mainboard:    ASUS M4A87TD/USB3
Prozessor:     AMD Phenom II X4 550@3,1 GHz
Kühler :    Xigmatek Red Scorpion HDT
Grafik:        Zotac Geforce 9800 GTX+ AMP!
RAM :        4 GiByte Corsair Dominator XMS3 DDR3 1600 @ 7-7-7-20
Sound:        Creative X-Fi Titanium HD
HDD1:        Corsair Force F60; 60 GB   
HDD2:        Seagate ST3500320NS; 500 GB

Das Maß aller Dinge in Sachen Belüftung bleibt für uns das Coolermaster RC 690 in der ersten Version, weshalb wir jenes Gehäuse, bestückt mit 6 Lüftern, als Referenz heranzogen. Das Ikazuti wird mit 2 vorinstallierten hauseigenen Scythe Slipstream 120mm Lüftern ausgeliefert, welche in der Front und im Heck arbeiten und einen wirklich gut verarbeiteten Eindruck machen. Dementsprechend gut sind die Leistungswerte: Bei 800 Umdrehungen pro Minute werden gerade einmal 10,7 dB, respektive 0,1 Sone erzeugt, was so gut wie nicht hörbar ist.

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Neben den vorhandenen 2 Slipstream Lüftern sind noch 3 weitere Lüfter möglich: 2 im Seitenteil und 1 im Deckel. Da der verwendete CPU-Kühler Red Scorpion HDT einfach zu hoch ist, können wir aber nur 1 Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm im Seitenteil montieren, im Deckel kommt ein Aerocool Shark Blue Edition 140mm zum Einsatz. Wirklich schade ist die fehlende Möglichkeit, im Boden des Gehäuses einen Lüfter zu montieren, mit 4 Lüftern ist das Ikazuti aber trotzdem nicht schlecht ausgestattet.

Im Coolermaster RC 690 I kam folgende Lüfterkonfiguration zum Einsatz:

Front:           1 x Revoltec DarkRed 120mm; 22,5 dB; 49,21 m³/h
1 x Coolermaster  R4-L2R-20AC-GP 120mm; 19 dB; 118,5 m³/h
Boden:         1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Rückseite:        1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Deckel:        2 x Yate Loon D14SL-12 140mm; 25 dB; 78,6m³/h

Im Scythe Ikazuti kam folgende Lüfterkonfiguration zum Einsatz:

Front:            1 x Scythe Slipstream 120mm; 10,7 dB; ca. 50 m³/h (bei 800 RPM)
Rückseite:        1 x Scythe Slipstream 120mm; 10,7 dB; ca. 50 m³/h (bei 800 RPM)
Seitenteil:        1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Deckel:        1 x Aerocool Shark Blue Edition 140mm; 29,6 dB; 161,7 m³/h

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Im Großen und Ganzen sind die Scythe Slipstream Lüfter wirklich keine Krachmacher, schaufeln aber auch nicht so viel Luft aus dem Gehäuse heraus – da leisten der Noiseblocker- und der Aerocool-Lüfter schon bessere Dienste, wenn auch auf Kosten der Lautheit. Gerade letztgenannter erzeugt im Deckel des Ikazuti nach 1 Minute Betriebszeit sehr laute ratternde Geräusche, was aber vermutlich auf das Gehäuse zurückzuführen ist – wird ein schwerer Gegenstand auf dem Deckel abgestellt, hört das Rattern auf.

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Anhand der Tabelle wird recht deutlich, dass die Komponenten im Ikazuti  vor allem im Bereich der Northbridge und der Festplatten wesentlich wärmer werden als im RC 690. Vermutlich ist diese Tatsache dem fehlenden Boden- und Deckellüfter zuzusprechen, da der so oft erwähnte natürliche Kamineffekt (der Aufstieg der warmen Luft wird durch die Lüfter unterstützt) nicht richtig in Gang kommen kann.

Erstaunlich ist aber auch die 5 ° C höhere Grafikkarten-Temperatur – der Seitenlüfter scheint sich im Gegensatz zu den Kamineffekt verstärkenden Boden- und Deckellüftern als nicht so effektiv zu erweisen. Da der Scythe Slipstream in der Front nur mit 800 Umdrehungen pro Minute arbeitet, ist die höhere HDD Temperatur dagegen nicht verwunderlich, sie bleibt mit 30 °C aber noch locker im Rahmen der unkritischen Temperaturen.

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Die Lautstärke des Ikazuti mit 4 Lüftern empfanden wir dagegen als wesentlich angenehmer und fällt nur aus nächster Nähe wirklich auf, ein leises Rauschen ist alles, was an das Ohr des geneigten PC-Users dringt – gefühlte 1,0 Sone sind ein wirklich respektabler Wert.

 

Lieferumfang Der Midi Tower kommt angemessen verpackt im schwarzen Karton mit Schutzfolie und Styropor-Füßen und -Deckel daher – so weit so gut.Neben den üblichen Schrauben und Kabelbindern, befinden sich noch die Schienen für die Befestigung der Festplatten in einem weißen Karton im Gehäuse-Inneren. Nett sind die beigelegten Entkopplungsgummis, die wir für den Test aber nicht montierten.
Technische Details Technische Daten Ikazuti: Gehäuse-Typ: Midi Tower Gehäuse-Farbe: Schwarz
Gewicht: 7,02 kg

Frontpanel: Modell BK – Schwarz Modell SL – Silber Modell DS – Anthrazit

Abmaße (BxHxT): 200 x 442 x 475 mm Kompatible Motherboards: ATX, Micro ATX, Flex ATX
Mitgelieferte Lüfter: 2 x Slip Stream 120 mm (800 upm)
Interne und externe Schächte: 5x 5,25 Zoll (13,3 cm) extern, davon ein Schacht auch als 3,5 Zoll (8,89 cm) extern nutzbar; 4x 3,5 Zoll (8,89 cm) intern
Erweiterungsslots: 7 I/O-Panel Anschlüsse: 2x USB 2.0 1x eSATA
1x je Audio IN/OUT
Netzteil: Standard ATX (nicht mitgeliefert)
Technische Daten Slip Stream 120:

Lüfterabmaße: 120 x 120 x 25 mm
Lüfterdrehzahl: 800 upm
Geräuschpegel: 10,7 dBA
Luftdurchfluss: 40,17 CFM = 68 m³/h

Optik/Verarbeitung Das Ikazuti versucht vor allem mit seinem geringen Gewicht zu punkten – das Design ist daher recht schlicht aber dennoch ansprechend. Scythe spendiert dem Ikazuti 3 verschiedene Modelle, die sich in der Farbe der Frontblende unterscheiden: Silber, Grau und Schwarz stehen als Farben zur Auswahl. Bei der Verarbeitung hat Scythe so ziemlich alles richtig gemacht: Keine scharfen Kanten, gute Spaltmaße der Seitenteile, was ein gutes Entfernen und Anbringen dieser ermöglicht, kratzfester, schwarzer Lack auch im Innenraum und eine sehr ordentliche Verwindungssteifheit bei einem Gewicht von nur 7,02 Kg.
Eigenschaften Scythe schickt das Ikazuti mit 2 bereits vorinstallierten 120mm Slipstream-Lüftern ins Rennen, die in der Front und im Heck arbeiten und eine sehr solide Leistung abliefern. Die Lüfterkonfiguration lässt sich noch um 3 weitere – 2 im linken Seitenteil, 1 im Deckel – erweitern und genügt damit gängigen Ansprüchen an einen vernünftigen Airflow. In der Front des Gehäuses verbergen sich hinter einer Klappe 2 USB 2.0, 1 E-Sata und jeweils 1x Audio-In/Audio-Out. Nettes Feature: Den Power-Knopf ziert das Scythe-Logo und leuchtet in Blau.Auch gut gelungen ist das Frontpanel, welches sich mit zwei einfachen Handgriffen mühelos abnehmen und wieder anbringen lässt, um so z.B.an den Front-Lüfter zu gelangen. Der Innenraum des Midi-Towers macht einen sehr aufgeräumten Eindruck, was zum großen Teil wohl auch an der vorhandenen Möglichkeit liegt, die Kabel hinter dem Mainboard her zu führen. Auch 30 Zentimeter lange Grafikkarten finden im Innenraum Platz
 
Praxistest Der Einbau der Hardware des Testsystems verläuft spielend einfach. Grund hierfür sind die sinnvollen Features wie das Kabelmanagements und die gute Verarbeitung des Gehäuses im Allgemeinen. Nach ein paar Stunden im Betrieb lässt sich zusammenfassend sagen, dass das Gehäuse einen sehr soliden Eindruck macht und vor allem durch seine durchdachten Features und das schlichte Design Freude macht. Der einzige Kritikpunkt bleibt der sehr laut ratternde Lüfter im Deckel des Gehäuses, der nur durch Abstellen eines schweren Gegenstandes dazu überredet werden konnte, laufruhig seinen Dienst zu verrichten. Es bleibt noch zu klären, ob dies ein gehäuse- oder ein lüfterspezifisches Problem ist.
 
Preis-/Leistung/VÖ Das Scythe Ikazuti ist in den 3 verschiedenen Versionen bereits seit Juni erhältlich und liegt preislich um die 70 €. Für diesen Preis bietet das Gehäuse aber einen reellen Gegenwert.
 
Fazit Wer ein schlicht designtes und gut verarbeitetes Gehäuse im mittleren Preis Segment sucht, der könnte mit dem Ikazuti von Scythe wirklich glücklich werden. Weiterhin sprechen die gute Verarbeitung, die Lüfter und das Kabelmanagement für das Case. Einzig der stark vibrationsanfällige Deckel sorgte im Test noch einmal für eine Abwertung – mit einem entkoppelten Lüfter ist aber auch dies sicher kein Problem. Wertung: 8 von 10 Punkten

Wertung: 8 von 10 Punkten

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