Aerocool 6th Element

Frisch aus der Gehäuseschmiede des US-amerikanischen Herstellers Aerocool, kommt das 6th Element – und wagt seinen Auftritt auf der hart umkämpften Bühne der PC-Cases.

2510

Aerocool wurde 2002 in Fremont, Kalifornien, gegründet und bietet neben Gehäusen auch noch Netzteile, Fan Controller und CPU- / VGA-Kühler an, die höchsten Ansprüchen genügen sollen. Das Unternehmen unterteilt seine Gehäuse in die Kategorien Compact- und Aluminium-Label, Value-, Ultimate Gaming- sowie Professional Series. Zu letztgenannter Kategorie gehört das uns vorliegende Case. Ob die Bezeichnung „Professional“ gerechtfertigt ist, erfahrt ihr jetzt.

2512

Testsystem:

Gehäuse:    6th Element / Coolermaster RC 690 I
Netzteil:     Xilence XQ 400 Watt
Mainboard:    ASUS M4A87TD/USB3
Prozessor:     AMD Phenom II X4 550@3,1 GHz
Kühler :    Xigmatek Red Scorpion HDT
Grafik:        Zotac Geforce 9800 GTX+ AMP!
RAM :        Corsair Dominator XMS3 DDR3 1600 @ 7-7-7-20
Sound:        Creative X-Fi Titanium HD
HDD1:        Corsair Force F60; 60 GB   
HDD2:        Seagate ST3500320NS; 500 GB

Das Referenzgehäuse, ein Coolermaster RC 690 I, welches wir zum Temperatur- und Lautstärkevergleich herangezogen haben, hatten wir mit sechs Lüftern ausgestattet. Das Aerocool 6th Element bietet Platz für fünf Lüfter, wovon wir allerdings nur vier einbauen konnten, da der Turmkühler sonst mit dem oberen seitlichen Gehäuselüfter kollidiert wäre.

2540

Im Coolermaster RC 690 I kam folgende Lüfterkonfiguration zum Einsatz:
Front:           1 x Revoltec DarkRed 120mm; 22,5 dB; 49,21 m³/h
1 x Coolermaster  R4-L2R-20AC-GP 120mm; 19 dB; 118,5 m³/h
Boden:         1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Rückseite:        1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Deckel:        2 x Yate Loon D14SL-12 140mm; 25 dB; 78,6m³/h

Im 6th Element kam folgende Lüfterkonfiguration zum Einsatz:
Front:            1 x Aerocool Shark Blue Edition 140mm;  29,6dB; 161,7 m³/h
Rückseite:        1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h
Deckel:        1 x Aerocool Shark Blue Edition 140mm; 29,6 dB; 161,7 m³/h
Linkes Seitenteil:    1 x Noiseblocker BlackSilent XL1 120mm; 13 dB;  69 m³/h

Die Temperatur-Messungen des Testsystems fanden bei ca. 18° C Raumtemperatur zuerst im Coolermaster RC 690 I und danach im 6th Element statt.

Coolermaster RC 690 I

Aerocool 6th Element

Komponente

CPU

VGA

MB

HDD1

HDD2

CPU

VGA

MB

HDD1

HDD2

2D

30° C

60° C

22° C

21° C

21° C

30° C

56° C

28° C

25° C

25° C

3D

34° C

73° C

22° C

22° C

24° C

35° C

71° C

29° C

26° C

29° C

Hinsichtlich der CPU-Temperatur nehmen sich beide Gehäuse kaum etwas – wenig verwunderlich, da wir den CPU-Kühler zur Gehäuserückseite ausgerichtet haben und so lediglich ein Deckel-Lüfter weniger beim 6th Element gegenüber dem RC 690 kaum zum Tragen kommt.

2529.JPG

Da beim RC 690 kein seitlicher Lüfter zum Einsatz kommt, kann das 6th Element bei den VGA-Messwerten mit einer um 4° C geringeren Temperatur auftrumpfen, schwächelt allerdings bei der Mainboard – Temperatur: Bis zu 7° C mehr registrieren die Messpunkte und erlauben den Schluss, dass ein fehlender Boden und Deckellüfter gegenüber dem RC690 I, die sich stauende Warmluft schlechter ableiten. Auffällig ist jedoch die Tatsache, dass die Festplatten im 6th Element um bis zu 5° C wärmer werden als in Coolermasters Gehäuse – und das obwohl in letzterem nur ein 120mm Lüfter in der Front seinen Dienst verrichtet.

Die Geräuschentwicklung des 6th Element ist ähnlich hoch wie die des RC 690 I. Dafür sorgen vor allem die beiden 140mm Lüfter in Front und Deckel, die wir bei 100 % Drehzahl betrieben, um einen subjektiven Vergleich zu haben. Die gefühlte Lautheit des Testgehäuses liegt bei ca 1,5-2,0 Sone, was ca. 32,5-37,5 Dezibel entspricht und auch noch aus einigen Metern Entfernung deutlich hörbar ist.

2534

Liebhaber von leisen Gehäusen werden sich evtl. mit der Möglichkeit anfreunden die Aerocool  Shark Blue Edition 140mm Lüfter gegen leisere, wie z.B. die SilentWings USC von BeQuiet auszutauschen.

Sparfüchse und Silent-Freaks können die Spannung per Adapter von 12 auf 7 Volt regulieren, um somit die Lautheit auf nahezu unhörbare 14,5 dB zu senken. Damit einher geht dann natürlich eine verringerte Drehzahl und somit ein verminderter Luftdurchsatz von 83,8 m³/h, was aber immer noch einen recht ordentlichen Wert darstellt und für die Kühlung der Festplatten ausreichen sollte.

 

Technische Details – Maße: 197 x 510 x 530 mm (BxHxT) – Material: 0,6mm japanischer Stahl – Farbe: Schwarz / Blau – Gewicht: 8 kg – Formfaktor: ATX, Mikro-ATX – Lüfter: 1x 140 mm (Front, blue LED) 1x 140 mm (Deckel, blue LED) 1x 120 / 80mm (Rückseite, optional) 2x 140 / 120 mm (Seitenteil, optional) – Laufwerksschächte: 4 x 5,25 Zoll (extern) 1x 3,5 Zoll (extern, belegt 1x 5,25 Zoll Slot) 6x 3,5 Zoll (intern) – Erweiterungsslots: 7 – Netzteil (optional): Standard ATX – I/O-Panel: 2x USB 2.0 1x eSATA 1x je Audio In/Out – Maximale VGA-Karten-Länge: 280 / 400 mm (mit / ohne oberem HDD-Schacht)
Lieferumfang Das Case kommt gut verpackt und in einem ausreichend dimensionierten Karton an. Positiv fällt auf, dass beide Seitenteile und die empfindlichen Klavierlackstellen am Gehäuse mit abziehbarer Folie geschützt sind, so dass hier nicht so leicht Schäden durch den Transport entstehen können. Im Lieferumfang sind enthalten: Die Originalverpackung, Gehäuse, Kurzanleitung in neun Sprachen, 2 Festplattenrahmen für 2,5″ HDDs (nicht SSDs), ein Beutel mit 3 Sorten Schrauben, sowie Entkopplungsgummis, 2 vorinstallierte 140mm Lüfter mit blauen LEDs. Der Lieferumfang ist für ein Gehäuse zum Preis von 80 € relativ angemessen. Wir hätten uns jedoch anstatt zwei separater Plastikschienen zur Befestigung der 3,5″ HDDs eher stabilere Festplattenrahmen gewünscht, so wie sie für die 2,5″ HDDs mitgeliefert wurden.
Optik/Verarbeitung Befreit von des Kartons Banden, gibt sich das 6th Element recht monumental: Schwarzer Klavierlack an Front, Deckel und Seitenteil und ungewöhnlich spitze Kanten und Ecken in Stealth-Optik geben zum einen ein futuristisches Bild ab und lassen Reminiszenzen an das ebenso ungewöhnliche Design eines Tarnkappenbombers aufkommen. Ob sich da wohl jemand von Silverstones Raven-Gehäuse hat inspirieren lassen? So richtig in Fahrt kommt das 6th Element allerdings erst in angeschaltetem Zustand: Frisch, angenehm und dezent wirken die blauen Farbtupfer, die die 140mm Lüfter, die Energie- und HDD – LEDs, die Slotblenden und das Mainboard-Tray dem restlichen Bild hinzufügen. Die Verarbeitung kann auf den ersten Blick weitgehend überzeugen, ungeachtet dessen, dass die Klavierlackstellen auf Grund des empfindlichen Materials besonderer Vorsicht bedürfen. Der in der Werbung so vollmundig angepriesene 0,6mm dicke japanische Stahl wirkt jedenfalls doch nicht so solide, wie man vielleicht meinen könnte. Das Case staucht sich bereits ein wenig wenn man es horizontal anhebt. Als ebenfalls weniger gelungen darf man die Spaltmaße der linken Seitenwand bezeichnen: Sie lässt sich nur mit viel Mühe und einiger Übung abnehmen und wieder anbringen. Eine mittlere Katastrophe ist allerdings die Fronttür: Diese hat schon beim Auspacken ein wenig Spiel und auch der Magnet-Schließmechanismus ist eine wackelige Angelegenheit. In die gleiche Kerbe schlagen die Gummilitzen, die für den Ein- und Ausgang der Wasserkühlung gedacht sind: Ein wenig mehr Stabilität darf man bei einem Preis von 80 € schon erwarten…
Eigenschaften Fangen wir bei der Front des Gehäuses an: Öffnet man die (recht wacklig anmutende) Tür, finden dort 3x 5,25″- und ein Diskettenlaufwerk Platz – das ist durchaus üblich und vollkommen ausreichend. In die Fronttür ist im unteren Teil eine umgedreht V-förmige Aussparung für den 140mm Frontlüfter eingelassen. Angesichts der Größe des Lüfters ist die Aussparung aber etwas knapp geraten um für einen optimalen Luftstrom zu sorgen. Das schlägt sich dann auch auf die Temperaturen der Festplatten wieder, die etwas höher sind als in Coolermasters RC 690 I, wie sich der Temperatur – Tabelle entnehmen lässt. Im Boden des Gehäuses befinden sich Abstandshalter aus solidem Hartgummi, die Vibrationen des Netzteillüfters dämpfen sollen. Für ausreichend Raum (auch bei überlangen Netzeilen) ist gesorgt und ein herausziehbares Lüftergitter sorgt dafür, dass das Netzteil seinen Dienst möglichst staubfrei verrichten kann. Ein Manko findet sich an der Gehäuseunterseite. Die Standfüße sind aus spröde wirkendem Plastik und tendieren beim Verschieben des 6th Element schonmal dazu, aus ihrer Verankerung zu rutschen. Die Rückseite bietet dank der blauen Slotblenden eine nette Optik, sowie Platz für einen 120mm Lüfter, der aber nicht zum Lieferumfang dazu gehört. Im Deckel des Gehäuses verrichtet ein vorinstallierter 140mm – Lüfter mit blauen LEDs seinen Dienst. Dieser leidet unter ähnlichen Einschränkungen wie sein Partner in der Front: Die V – förmige Aussparung ist zu knapp bemessen um ordentlich Luft nach draußen zu befördern. Weiter vorne befinden sich die üblichen Verdächtigen: 2 Anschlüsse für USB 2.0, 1x E-Sata, 2 x Audio In/Out, sowie Status LEDs und die Reset und der Power – Knopf. Schön, aber in diesem Preissegment eher unüblich und daher verzeihlich, wäre hier ein USB 3.0 Anschluss gewesen. Das Herzstück des Gehäuses zeigt uns dann noch eine angenehme Funktionalität: Einer der beiden durchweg wertigen Festplattenkäfige lässt sich herausnehmen, um für besonders lange Grafikkarten vom Schlage einer Radeon 5970/5990 oder einer Geforce 590 GTX Platz zu schaffen. Sehr gut gefallen uns auch die Aussparungen im Mainboardtray – diese ermöglichen ein Anbringen einer CPU – Backplate ohne Mainboard-Ausbau und ein sauberes Verlegen der Kabel, was wiederum für einen besseren Luftstrom im Gehäuse sorgt. Alles in Allem überzeugt das 6th Element vor allem mit seinen inneren Werten, die zwar keinen Sonderpreis für Innovationen einheimsen können, aber durchweg von durchdachter Funktionalität zeugen.
 
Praxistest Der Einbau geht recht schnell vonstatten, allerdings sollten die Schrauben zur Befestigung des Mainboards nicht zu straff angezogen werden, da der Platz zwischen Mainboardtray und rechter Gehäusewand doch sehr knapp bemessen ist und versehentlich ein Kontakt hergestellt werden könnte. Der bereits erwähnte Klavierlack ist gegenüber Kratzern sehr empfindlich und auch die Seitenteile sind in dieser Hinsicht sehr sensibel – Vorsicht bei einem eventuellen Transport! Die zwei größten Schwachpunkte des Gehäuses sind aber zum einen die erwähnte Fronttür, die so klapprig ist, dass sie beim Schließen gegen den Auswurf-Knopf des DVD-Rom Laufwerks klappt und dieses zum spontanen Auswerfen einer DVD überreden will – sowie zum anderen das linke Seitenteil, dass sich nur mit Mühe wieder anbringen lässt. Die Temperaturwerte machen einen ordentlichen Eindruck, nur Silent-Fans werden die blau beleuchteten 140mm Lüfter wohl gegen leisere Modelle austauschen wollen. Mit einem Gewicht von 8 kg gehört das 6th Element zu den leichteren Gehäusen und eignet sich somit, abgesehen von dem empfindlichen Lack und den Standfüßen, gut für den Transport zur nächsten LAN-Party, wo dessen Optik sicher punkten kann.
 
Preis-/Leistung/VÖ Das Gehäuse schlägt mit durchschnittlich 80 € zu Buche und spielt preislich und ausstattungstechnisch in der Mittelklasse. Kleinere Mängel in der Verarbeitung und Lautheit werden durch das funktionelle und optisch überzeugende Auftreten jedoch wieder wettgemacht. Zu haben ist das 6th Element ab Anfang April 2011.
 
Fazit Optik ist, wie viele andere Dinge auch, Geschmacksache. Wer sich mit dem Aussehen des 6th Element anfreunden kann und wen die kleineren Mängel nicht stören, der bekommt ein recht gutes Gehäuse, das seinen Preis zum größten Teil wert ist. Wertung: 79%