Race Driver: Grid (PC)

Quietschendes Gummi, rauchende Reifen und extreme Geschwindigkeiten in schicken Karossen – das alles verspricht Race Driver: Grid aus dem Hause Codemasters. Dabei soll nicht nur realistischer Fahrspaß im Vordergrund stehen, sondern auch die Freiheit des Spielers sein Geschick in der Spielwelt selbst zu lenken. In unserer Review sehen wir mal genauer auf den virtuellen Asphalt.

Der Nachfolger von DTM Race Driver 3 soll, laut Entwickler, das Spielgefühl noch weiter verstärken. Der offensichtlichste Unterschied bei Race Driver: Grid zu seinen Vorgängern ist jedoch das Fehlen der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft, die in Race Driver: Grid komplett entfällt. Dafür kann sich der Spieler auf drei Karrieren jeweils in Europa, Japan oder den USA freuen. Alle drei lassen sich parallel spielen und bringen ihre ganz eigenen Fahrzeuge mit sich. Sie sind, im Gegensatz zum Vorgänger, nicht durch eine Storyline verbunden und einzelne Missionen lassen sich beliebig überspringen. Zudem weggefallen sind das Qualifying sowie die Aufwärmrunden. Nach der Wahl des Wagens und der Strecke geht es demnach sofort los, was noch mehr Rennspaß garantieren soll.

So fährt man in der Tuning Szene Japans mit aufgemotzten Nissan oder Mazda, während man sich in den USA hinter das Steuer eines Muscle Cars, wie dem Dodge Challenger, setzt. Jede Autoklasse hat dabei individuelle Fahreigenschaften, welche sich von Untergrund zu Untergrund ändern. Und das merkt man auch direkt an der Steuerung.

Race Driver: Grid verzichtet, wie schon erwähnt, auf die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft und andere große Rennereignisse die der Realität entliehen sind. Die einzige spielbare, lizenzierte Meisterschaft sind die ?24h von Le Mans?.

Das Spiel geht dabei nicht den Weg das eigene Auto, wie bei anderen Spielen üblich, zu tunen und es mit aufwendigen Karosserieteilen aufzuwerten, sondern setzt auf den einfachen Rennspaß. So findet sich in Race Driver: Grid eine KI die es in sich hat. Dass Gegner im Handumdrehen mehrere Plätze gut machen, oder durch einen Crash aus dem Rennen fliegen ist hierbei nicht selten. Das ganze wird dann auch noch von der Boxencrew über Funk kommentiert, damit man nichts Wichtiges verpasst und richtig ins Renn-Feeling kommt. Bei einem solchen Crash splittert das Metall der Karosserie oder verformt sich entsprechend. Fliegende Trümmerteile sind dabei genauso vorprogrammiert wie Lackkratzer, unterschiedlich gesplitterte Windschutzscheiben, oder sich überschlagende Wagen. Für das Spiel wurde ein physikalisch korrektes Schadensmodell programmiert, das alle Beschädigungen realistisch darstellen kann. Für Crash-Puristen lassen sich die Unfälle außerdem in Zeitlupe wiederholen, um kein Detail zu verpassen. Ebenfalls schön anzusehen: Beim Start sieht man den Gummiabrieb der durchdrehenden Reifen auf der Scheibe landen oder den ein oder anderen fliegenden Seitenspiegel, der sich nach einer leichten Berührung zweier Wagen stilvoll verabschiedet.

Glücklicherweise bedeutet so ein Zusammenstoß bei Race Driver: Grid nicht gleich das Aus.
Dank eingebauter Zeitsprungfunktion kann man bequem die Zeit zurück drehen und seinen Fehler korrigieren. Dabei bestimmt der Schwierigkeitsgrad die Anzahl der möglichen Zeitsprünge und verhindert so den übermäßigen Gebrauch. Maximal sechs Sprünge sind pro Rennen möglich. Insgesamt gesehen ist dies eine durchaus hilfreiche Funktion die bei kleinen Fehlern nicht gleich den Neustart des gesamten Rennens bedeutet und Frust vorbeugen kann.

Bevor wir aber überhaupt damit anfangen können die ersten Rennen zu gewinnen, müssen noch einige Kleinigkeiten erledigt werden. Der Rennstall muss gegründet, die Autolackierung ausgewählt und vielleicht ein weiteres Teammitglied angeworben werden. Auch um die Suche nach Sponsoren wird der Spieler nicht herum kommen. Wobei Geld in Race Driver: Grid allerdings nicht die einzige Währung darstellt – auch das Ansehen spielt eine große Rolle. Beides, Geld und Ansehen, erhält der Spieler durch entsprechend gute Podestplatzierungen. Wie viel man letzlich rausbekommt, entscheidet der Spieler durch die Wahl von Schwierigkeitsgrad, den eingesetzten Fahrhilfen und den Sponsoren.

Dabei entscheidet der gewählte Sponsor allerdings selbst ob er zahlt oder nicht. Hat man einen Sponsor gewählt der die Kasse klingeln lässt, so wird dieser mit einem zweiten oder dritten Platz kaum zufrieden sein und eher nicht zahlen, während ein kleiner Sponsor schon mit dem Erreichen des Ziels zufrieden sein könnte.

Antitraktions-Kontrolle und ABS sorgen für realistische Fahreigenschaften des Wagens und erleichtern dem Fahrer das Rennen immens, auch wenn sie das Preisgeld drücken. Insgesamt kann der Spieler zwischen 44 Autos und Prototypen wählen und jedes ist dabei einzigartig bei den Fahreigenschaften. So kann man bei allen Wagen natürlich auch auf die Fahrhilfen verzichten, muss im Gegenzug jedoch mehr auf das Zusammenspiel von Gas und Bremse achten.

Bei allem Lob, gibt es aber auch ein paar Dinge die negativ auffallen. Es gibt beispielsweise keine inszenierten Siegerehrungen oder ähnliches. Man sieht lediglich die Gegner am Ende eines Rennens in einer Statistik aufgeführt und das Konto entsprechend anwachsen. Stilechte Siegerehrungen in Zwischensequenzen wie im Vorgänger gibt es nicht mehr. Zudem fehlt eine Lenkraderkennung. Sämtliche Einstellungen wie Lenkradlinearität oder Sättigungsgrad der Pedale müssen erst mühsam von Hand eingestellt werden.

Fazit:

Race Driver: Grid ist ein gelungenes Rennspiel, dass Simulation und Rennspaß gut kombiniert. Die Grafik sieht gut aus und lässt sich auf aktuellen PCs mit allen Details wirklich genießen. Erhältlich ist das Spiel auf den Plattformen PC, Xbox 360, PS3 und Nintendo DS.

 

Wertung 85%

Minimale Hardwareanforderungen:

Windows XP/Vista, (bei Windows Vista wird die Verwendung des SP1 empfohlen)
– DirectX 9.0c
– Pentium 4 mit 3.0GHz oder Athlon 64 3000+
– 1 GB RAM
– Grafikkarte: GeForce 6800 / Radeon X1300 oder besser
– DirectX-kompatible Soundkarte
– Dual Layer-kompatibles DVD-Laufwerk
– 12.5 GB freier Festplattenspeicher

(Grundmauer)